InsightsUnternehmensbewertung

EBITDA, Multiple, Normalisierung: die Sprache der Käufer

Wer mit Käufern, Banken oder Beratern über den Wert seines Unternehmens spricht, begegnet schnell einer eigenen Fachsprache. Die wichtigsten Begriffe sind einfacher, als sie klingen. Wer sie kennt, verhandelt auf Augenhöhe.

Igor Pavlovic, Autor des BeitragsIgor Pavlovic3 Min. LesezeitOktober 2026

Was ein Unternehmen verdient

EBITDA
Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Er zeigt, was das operative Geschäft erwirtschaftet, unabhängig von Finanzierung und Investitionszyklus. Bei KMU die häufigste Grundlage für Multiples.
EBIT
Gewinn vor Zinsen und Steuern, also nach Abschreibungen. Er ist strenger als der EBITDA, weil er berücksichtigt, dass Maschinen und Anlagen laufend ersetzt werden müssen.
Normalisierung
Die Bereinigung der Zahlen um alles, was nicht zum laufenden Geschäft gehört: ein nicht marktüblicher Inhaberlohn, private Aufwände, einmalige Ereignisse. Das Ergebnis ist der nachhaltige Ertrag, mit dem ein Käufer rechnet.
Stille Reserven
Das Schweizer Obligationenrecht erlaubt es, Vermögenswerte tiefer zu bewerten als ihren tatsächlichen Wert. Das senkt den ausgewiesenen Gewinn. Für eine Bewertung müssen stille Reserven offengelegt werden, sonst wirkt das Unternehmen schwächer, als es ist.

Was ein Unternehmen wert ist

Multiple
Der Faktor, mit dem der nachhaltige Ertrag multipliziert wird. Er drückt Risiko und Wachstumsaussichten aus. Ein Multiple von 5 bedeutet: Der Käufer bezahlt das Fünffache des jährlichen EBITDA.
Unternehmenswert
Der Wert des operativen Geschäfts, unabhängig davon, wie es finanziert ist. Fachleute sprechen vom Enterprise Value.
Wert des Eigenkapitals
Das, was der Verkäufer für seine Aktien oder Stammanteile erhält. Fachleute sprechen vom Equity Value.
Ertragswert und DCF
Verfahren, die künftige Erträge oder Geldflüsse auf heute abzinsen. Sie sind aufwendiger als Multiples und vor allem bei grösseren Transaktionen üblich.
Substanzwert
Der Wert der einzelnen Vermögenswerte abzüglich der Schulden. Er ist vor allem für ertragsschwache oder vermögensintensive Unternehmen eine Untergrenze.

Vom Unternehmenswert zum Kaufpreis

Der Unternehmenswert ist noch nicht der Betrag, der auf Ihrem Konto ankommt. Dazwischen liegt die sogenannte Brücke zum Eigenkapitalwert:

UnternehmenswertCHF 5.5 Mio.
minus Finanzschulden, etwa Bankkredite und Leasing– CHF 1.2 Mio.
plus überschüssige flüssige Mittel+ CHF 0.4 Mio.
Wert des EigenkapitalsCHF 4.7 Mio.

Vereinfachtes Beispiel zur Veranschaulichung.

Zusätzlich vereinbaren Käufer oft ein normales Nettoumlaufvermögen, also Vorräte und Kundenguthaben abzüglich Lieferantenschulden. Liegt es beim Vollzug darunter, sinkt der Preis. Liegt es darüber, steigt er.

Begriffe rund um den Verkauf

Due Diligence
Die sorgfältige Prüfung des Unternehmens durch den Käufer, bevor er den Vertrag unterzeichnet.
Earn-out
Ein Teil des Kaufpreises, der erst später und abhängig vom Geschäftsverlauf bezahlt wird.
Verkäuferdarlehen
Der Verkäufer stundet einen Teil des Kaufpreises und erhält ihn verzinst in Raten. Häufig bei Nachfolgen durch das Management.
Signing und Closing
Signing ist die Unterzeichnung des Kaufvertrags, Closing der Vollzug, bei dem Aktien und Kaufpreis tatsächlich übergehen. Dazwischen können Wochen liegen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Für eine Einschätzung Ihres Unternehmens sprechen Sie uns gerne an.

Verkaufsreife-Check

Wo steht Ihr Unternehmen heute?

Zwölf Fragen, rund vier Minuten. Sehen Sie sofort, wie verkaufsbereit Ihr Unternehmen aus Käufersicht ist und welche Werthebel den grössten Einfluss haben.

Check starten