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Due Diligence: Was Käufer wirklich prüfen

Bevor ein Käufer unterschreibt, schaut er genau hin. Die Due Diligence ist die Phase, in der sich zeigt, ob das Unternehmen hält, was es verspricht. Gut vorbereitet ist sie eine Formsache. Schlecht vorbereitet kostet sie Preis und Nerven.

Igor Pavlovic, Autor des BeitragsIgor Pavlovic3 Min. LesezeitOktober 2026

Wo die Prüfung im Verkauf steht

  1. Schritt 1Absichtserklärung

    Käufer und Verkäufer einigen sich auf die Eckpunkte, etwa auf eine Preisspanne und die Exklusivität.

  2. Schritt 2Due Diligence

    Der Käufer prüft das Unternehmen, meist mit Treuhändern, Steuerexperten und Anwälten.

  3. Schritt 3Vertrag

    Die Ergebnisse fliessen in Preis, Garantien und Bedingungen des Kaufvertrags ein.

  4. Schritt 4Vollzug

    Aktien und Kaufpreis gehen über, die Übergabe beginnt.

Was geprüft wird

  • Finanzen. Abschlüsse, unterjährige Zahlen, nachhaltiger Ertrag, Nettoumlaufvermögen, Schulden.
  • Steuern. Veranlagungen, offene Verfahren, Risiken aus früheren Jahren.
  • Recht. Statuten, Verträge mit Kunden und Lieferanten, Klauseln für einen Eigentümerwechsel, Rechtsfälle, Bewilligungen.
  • Personal. Arbeitsverträge, Schlüsselpersonen, Vorsorge und Sozialversicherungen.
  • Markt und Kunden. Kundenstruktur, Wettbewerb, Wachstumsaussichten.
  • Betrieb und IT. Anlagen, Prozesse, Systeme, Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten oder Personen.

Was Befunde bewirken

Findet der Käufer etwas, das er nicht erwartet hat, gibt es mehrere Möglichkeiten. Er senkt den Preis, verlangt eine Garantie oder Freistellung im Vertrag oder lässt einen Teil des Kaufpreises auf einem Sperrkonto, bis das Risiko geklärt ist. Bei grösseren Überraschungen verliert er das Vertrauen und steigt aus.

Nicht das Problem kostet den Preis, sondern die Überraschung.

Bekannte und offen kommunizierte Schwächen lassen sich verhandeln. Erst während der Prüfung entdeckte Schwächen wecken dagegen den Verdacht, dass es noch mehr gibt.

So bereiten Sie sich vor

  1. Unterlagen früh sammeln. Abschlüsse, Verträge, Steuerunterlagen, Personaldaten und Bewilligungen vollständig und geordnet.
  2. Einen digitalen Datenraum aufbauen. Eine klare Struktur spart allen Beteiligten Zeit und wirkt professionell.
  3. Schwachstellen selbst finden. Eine eigene Prüfung vor dem Verkauf zeigt, was ein Käufer finden würde. Fachleute sprechen von einer Vendor Due Diligence.
  4. Offen kommunizieren. Bekannte Themen aktiv ansprechen, mit Erklärung und, wo möglich, mit Lösung.
  5. Das Tagesgeschäft schützen. Die Prüfung bindet Zeit. Eine zweite Führungsebene sorgt dafür, dass die Zahlen in dieser Phase nicht leiden.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Für eine Einschätzung Ihres Unternehmens sprechen Sie uns gerne an.

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