InsightsNachfolge & Verkauf

Familie, Management oder Dritte?

Für die Nachfolge gibt es drei grundsätzliche Wege: innerhalb der Familie, an das eigene Management oder an Dritte. Jeder hat eigene Stärken, eigene Hürden und einen eigenen Einfluss auf den Preis.

Igor Pavlovic, Autor des BeitragsIgor Pavlovic3 Min. LesezeitOktober 2026

Die drei Wege im Überblick

FamilieManagementDritte
Kaufpreisoft unter Marktwertdurch Finanzierung begrenztam ehesten Marktwert
Kontinuitäthochhochabhängig vom Käufer
FinanzierungSchenkung, Erbvorbezug, DarlehenBank, Verkäuferdarlehenmeist durch Käufer
Vertraulichkeithochhochsorgfältig zu planen

Vereinfachte Übersicht. Im Einzelfall können die Wege auch kombiniert werden.

Nachfolge in der Familie

Die familieninterne Nachfolge sichert Kontinuität und Werte. Oft wird das Unternehmen dabei unter seinem Marktwert übertragen, teilweise als Schenkung oder Erbvorbezug. Wichtig ist, die übrigen Familienmitglieder fair zu behandeln und das Erbrecht mit seinen Pflichtteilen zu beachten.

In den meisten Kantonen sind direkte Nachkommen von der Schenkungs- und Erbschaftssteuer befreit. Die Regeln unterscheiden sich aber von Kanton zu Kanton und sollten früh geklärt werden.

Nachfolge durch das Management

Beim Management-Buy-out übernehmen Mitarbeitende aus der Führung das Unternehmen. Sie kennen das Geschäft, die Kunden und die Kultur. Die grösste Hürde ist meist die Finanzierung. Neben Eigenmitteln und Bankkrediten braucht es oft ein Verkäuferdarlehen, bei dem der Verkäufer einen Teil des Preises stundet.

Übernimmt eine externe Person die Führung und das Unternehmen, spricht man von einem Management-Buy-in. Es verbindet frisches Know-how mit den Herausforderungen einer Einarbeitung.

Verkauf an Dritte

Strategische Käufer aus der gleichen oder einer angrenzenden Branche suchen Kunden, Know-how oder Marktzugang. Finanzinvestoren suchen Unternehmen mit stabilen Erträgen und Wachstumspotenzial. Beide bezahlen am ehesten einen Preis nahe am Marktwert, prüfen dafür aber auch am genausten.

Beim Verkauf von Aktien aus dem Privatvermögen ist der Kapitalgewinn in der Schweiz grundsätzlich steuerfrei. Es gibt jedoch Ausnahmen, etwa die indirekte Teilliquidation. Die Struktur des Verkaufs sollte deshalb mit Steuerfachleuten geplant werden.

Welcher Weg passt?

Die Wahl hängt von Ihren Zielen ab: Wie wichtig sind Ihnen Preis, Kontinuität und Zeitpunkt? Gibt es in Familie oder Management jemanden, der will und kann? Viele Inhaber prüfen mehrere Wege parallel. Je früher Sie das tun, desto mehr Optionen haben Sie.

Unabhängig vom Weg gilt: Ein Unternehmen, das ohne Sie funktioniert, saubere Zahlen hat und breit abgestützt ist, findet leichter eine Nachfolge und erzielt einen besseren Preis.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Für eine Einschätzung Ihres Unternehmens sprechen Sie uns gerne an.

Verkaufsreife-Check

Wo steht Ihr Unternehmen heute?

Zwölf Fragen, rund vier Minuten. Sehen Sie sofort, wie verkaufsbereit Ihr Unternehmen aus Käufersicht ist und welche Werthebel den grössten Einfluss haben.

Check starten